<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Explorat</title>
	<atom:link href="http://www.explorat.de/?feed=rss2" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.explorat.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 12 Mar 2013 10:40:16 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
		<item>
		<title>Geschützt: Workspace Suffizientes Essen</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=764&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=workspace-suffizientes-essen</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=764#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 10:40:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=764</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt keine Kurzfassung, da dies ein geschützter Beitrag ist.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<form action="http://www.explorat.de/wp-login.php?action=postpass" method="post">
<p>Dieser Beitrag ist passwortgeschützt. Um ihn anzusehen, trage das Passwort bitte hier ein:</p>
<p><label for="pwbox-764">Passwort: <input name="post_password" id="pwbox-764" type="password" size="20" /></label> <input type="submit" name="Submit" value="Senden" /></p>
</form>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=764</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Faktencheck Organspende-Ausweis: Auswertung</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=747&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=747</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=747#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Jan 2013 11:51:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=747</guid>
		<description><![CDATA[Mitte Januar haben wir auf Telepolis und auf faz.net einen “Faktencheck” mit dem Titel Organspende: Für und Wider durchgeführt. Leser haben sich mit insgesamt knapp 500 Kommentaren beteiligt. Die Kommentare wurden fortlaufend in eine Argumentationskarte übertragen, die als gemeinsamer Bezugspunkt für die Debatte diente. Die Karte zeigt auf, wo die Meinungsfronten verlaufen, wie Ablehnung oder Zustimmung zur postmortalen Organspende rechtfertigt werden und wo Lücken in den Begründungen bestehen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Für den Faktencheck auf Telepolis und auf faz.net wurde jeweils eine separate Argumentationskarte aufgebaut, die den Verlauf im jeweiligen Forum wiedergibt. Beide Karten haben wir nun in einer gemeinsamen Darstellung zusammengeführt. Der Übersichtlichkeit halber verwenden wir im folgenden eine einfache, nicht-interaktive Version der Karte. Die Forenbeiträge, die sich hinter den einzelnen Elementen auf der Karte verbergen, sind zugänglich über die interaktive Version der zusammengeführten Karte. Aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht die vollständige Argumentationskarte so aus: Eine hochauflösende Darstellung der Gesamtansicht kann hier heruntergeladen werden Der grüne Bereiche umfasst die Argument für die Organspende. Der rote Bereiche stellt die Einwände dar. Das gelbe Areal zeigt Vorschläge zu Verbesserung des Organspende-Aufkommens. Die einzelnen Bereiche der Karte werden im folgenden vorgestellt. &#160; Spenden! (Bild klicken, um vergrößtere Ansicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;">
<p><strong>Mitte Januar haben wir auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/38/38321/1.html" target="_blank">Telepolis</a> und auf <a href="http://www.faz.net/-hma-75r42" target="_blank">faz.net</a> einen “Faktencheck” mit dem Titel <em>Organspende: Für und Wider</em> durchgeführt. Leser haben sich mit insgesamt knapp 500 Kommentaren beteiligt. Die Kommentare wurden fortlaufend in eine Argumentationskarte übertragen, die als gemeinsamer Bezugspunkt für die Debatte diente. Die Karte zeigt auf, wo die Meinungsfronten verlaufen, wie Ablehnung oder Zustimmung zur postmortalen Organspende rechtfertigt werden und wo Lücken in den Begründungen bestehen. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen.</strong> <span id="more-747"></span></p>
<p>Für den Faktencheck auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/38/38321/1.html" target="_blank">Telepolis</a> und auf <a href="http://www.faz.net/-hma-75r42" target="_blank">faz.net</a> wurde jeweils eine separate Argumentationskarte aufgebaut, die den Verlauf im jeweiligen Forum wiedergibt. Beide Karten haben wir nun in einer gemeinsamen Darstellung zusammengeführt. Der Übersichtlichkeit halber verwenden wir im folgenden eine einfache, nicht-interaktive Version der Karte. <strong>Die Forenbeiträge, die sich hinter den einzelnen Elementen auf der Karte verbergen, sind zugänglich über die <a href="http://www.mindmeister.com/250402953#" target="_blank">interaktive Version</a> der zusammengeführten Karte.</strong></p>
<p>Aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht die vollständige Argumentationskarte so aus:</p>
<p><a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM.jpg"><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px none;" title="20130122_OrganspendeMM_klein" alt="20130122_OrganspendeMM_klein" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_klein_thumb.jpg" width="150" height="246" border="0" /></a></p>
<p><em>Eine hochauflösende Darstellung der Gesamtansicht kann </em><a href="www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM.jpg" target="_blank"><em>hier</em></a><em> heruntergeladen werden</em> Der grüne Bereiche umfasst die Argument für die Organspende. Der rote Bereiche stellt die Einwände dar. Das gelbe Areal zeigt Vorschläge zu Verbesserung des Organspende-Aufkommens. Die einzelnen Bereiche der Karte werden im folgenden vorgestellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2></h2>
<h2><strong>Spenden!</strong></h2>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_spenden.jpg"><img class="aligncenter" style="display: inline; border: 0px none;" title="20130122_OrganspendeMM_spenden" alt="20130122_OrganspendeMM_spenden" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_spenden_thumb.jpg" width="242" height="159" border="0" /></a></p>
<p><em>(Bild klicken, um <span style="color: #000000;">vergrößtere A</span>nsicht zu erhalten)</em></p>
<p style="padding-left: 30px; text-align: justify;"><span style="color: #808080;"><em><strong>Zu den Farben und Symbolen:</strong> Es gibt </em>Fragen<em> (?, blau), </em>Antworten<em> in Form von </em>Thesen<em> oder Handlungsvorschlägen (!, gelb) sowie </em>Argumente<em>, welche für eine These oder einen Handlungsvorschlag sprechen. Ferner: Argumente, die sich auf ein vorangegangenes Argumente beziehen und dieses stützen oder widerlegen. Die Zeichen Plus (+) und Minus (-) zeigen an, wie sich ein Element auf der Karte zu dem unmittelbar vorausgegangenen Element verhält. Damit bei langen Ketten von Argumenten die Übersicht nicht verloren geht, wird zusätzlich eine Farbkodierung verwendet. Grün sind alle Elemente gekennzeichnet, welche die vorangehende Ausgangsthese (gelb) stützen. Rot Elemente, welche die Ausgangsthese entkräften.</em></span></p>
<p>Als Argumente, die für das Spenden sprechen, wurden vor allem ethische Überlegungen ins Feld geführt. Mitunter richteten sich diesbezügliche Äußerung im Forum an direkt an andere Kommentatoren, die die Organspende ablehnten:</p>
<blockquote><p>“Und du würdest natürlich freiwillig auf ein Spender-Organ verzichten wenn dir nicht mehr anders zu helfen ist, nicht wahr? Oder interessiert dich dann dein Gerede von heute auch nicht mehr?” (Twister 2009 auf <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Was-haben-die-Manipulation-von-Patientendaten-gezeigt/forum-246428/msg-22958050/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p>Die Diskussion zeigt: ethisch betrachtet, kann die Aufforderung zur Organspende auf verschiedene Weise begründet werden. Sie kann sich auf eine Regel nach der Art von “Wie Du mir, so ich Dir” berufen, auf einen Appel zur Solidarität, oder auf das Gebot, Menschenleben zu retten. Einige der Begründungen wurden in der Diskussion auch beanstandet. Ein Kommentator brachte zum Beispiel die These auf, dass es sich bei der Organspende um so etwas ähnliches wie ein Geschenk handele – und dass von daher keine Art von moralischem Zwang zur Spende bestehe. Andere Teilnehmer warfen ein, dass es einen moralischen Anspruch auf Organe anderer Menschen schlichtweg nicht geben könne – und von daher auch keine Pflicht zur Spende.</p>
<p>Ein weiteres Argument in der Debatte zur den Gründen, die für die Spende sprechen, thematisiert nicht die Frage nach einer wie auch immer gearteten Pflicht zur Spende, sondern vielmehr deren moralische Legitimität. Das Argument beruft sich auf anerkannte und vor allem in der Medizinethik oftmals zitierte Prinzipt &#8220;Niemandem schaden!&#8221;:</p>
<blockquote><p><em>“&#8230; Die Frage die sich mir stellt ist eher was man im schlimmsten Fall verpasst wenn man noch nicht ganz &#8220;Hirntod&#8221; ist und das ist nicht all zu viel. Also von dem her beängstigt mich diese Debatte nicht wirklich.” (</em>FischX auf <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Seele-und-Informationen-nicht-nur-lokal-ans-Gehirn-geknuepft/forum-246428/msg-22957347/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p>Wenn man der in diesem Kommentar zum Ausdruck kommenden Auffassung folgt, dann sprechen keine ernstzunehmende Gründe <em>gegen</em> die Organentnahme sprechen &#8211; so dass etwaige Gründe, die <em>für</em> eine Organentnahme im Rahmen einer Güterabwägung die Oberhand behalten sollten. Eine schöne Illustration dieser Position ist ein in den Kommentaren erwähnter Cartoon, auf den hier leider nur in Form eines <a href="http://xkcd.com/659/" target="_blank">Links</a> verwiesen werden kann.</p>
<p>Ob die Aussage “Die Organentnahme schadet dem Betroffenen nicht” tatsächlich ohne weiteres aufrecht erhalten werden kann, wird in dem Diskussionsblock “Nicht spenden!” weiter unten ausführlich thematisiert.</p>
<p><strong>Zwischenfazit:</strong> Die Debatte um die moralischen Gründe, die für die Organspende sprechen oder sogar eine Pflicht zur Spende begründen sollen, macht deutlich, dass auf den ersten Blick moralisch überzeugende Argumente wie nach dem Muster von &#8220;Wie Du mir, so ich Dir&#8221; durchaus hinterfragt werden können. Erkennt man die Einwände an, folgt daraus kein Grund gegen die Organspende. Lediglich auf die Behauptung, dass es eine moralische Pflicht zur Spende gäbe, muss in diesem Fall verzichtet werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Nicht Spenden!</h2>
<p>Zunächst der Block ‘”Nicht Spenden!” im Überblick: <a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden.jpg"><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;" title="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden" alt="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_thumb.jpg" width="196" height="246" border="0" /></a> <em>(Bild klicken, um vergrößtere Ansicht zu erhalten)</em></p>
<p>Und hier ein erster Ausschnitt:</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Eine wissenschaftliche Definition des Todes?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_1.jpg" target="_blank"><img class="aligncenter" style="display: inline; border: 0px none;" title="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_1" alt="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_1" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_1_thumb.jpg" width="309" height="80" border="0" /></a></p>
<p style="padding-left: 120px;"><em>(Bild klicken)</em></p>
<h2></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das zentrales Argument der Organspende-Skeptiker lautet: <strong>Der Hirntod (das maßgebliche Kriterium für die Organentnahme) markiert nicht tatsächlich den Todeseintritt!</strong> Dieses Argument glieder sich in verschiedene Unterargumente.</p>
<p>Zunächst geht es um die Frage, ob der Tod überhaupt wissenschaftlich definierbar ist – ob also die Behauptung der Organspende-Befürworter, dass es eine solide wissenschaftliche und deshalb verlässliche Basis für Organentnahme und –verpflanzung gibt, überhaupt zutrifft. Einmal wird hier das Bedenken vorgetragen, dass sich wissenschaftliche Definitionen des Todes in der Vergangenheit öfters geändert haben – und dass man nicht hundertprozentig sicher sein kann, ob nicht Patienten, die nach dem heutigen Stand der Medizintechnik als tot gelten, in Zukunft vielleicht re-animiert werden können:</p>
<blockquote><p>“Früher hat man das gleiche über herztote Patienten gesagt &#8211; bis man herausgefunden hat, wie man Herzen wieder in Gang bekommt. Warum sollte das nicht auch für gehirne möglich sein? Ich halte das, was unsere Wissenschaft heute weiß, nicht für der Weisheit letzter Schluss. Was, wenn das ebenso möglich ist und wir unesre Hirn&#8221;toten&#8221; grade gepflegt um die Ecke bringen, weil irgendein Bonze Ersatzteile braucht (…) (Syrah auf <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Massgebend-ist-der-Hirntod-FALSCH/forum-246428/msg-22964096/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p>Mehr Zuspruch findet eine andere Kritik an der Wissenschaftlichkeit des Hirntodes: die Tatsache nämlich, dass diese Definition geschaffen wurde, um pragmatische Interessen zu bedienen:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) dass der Hirntod-Begriff 1968 kurz nach der ersten Herztransplantation (1967) vorgeschlagen wurde und dass zur Begründung dieser neuen Todes-Definition von der Harvard-Kommission an zweiter Stelle genannt wurde: &#8220;Überholte Kriterien für die Definition des Todes können zu Kontroversen bei der Beschaffung von Organen zur Transplantation führen&#8221;. Dieses Interesse von Transplantationsmedizinern an der Einführung eines neuen Todes-Begriffs empfand der Philosoph Hans Jonas schon damals als eine &#8220;Kontaminierung&#8221; eines scheinbar naturwissenschaftlich begründeten neuen Begriffs.” (Barbara Koch-Mäckler (Herbstf&#8230;), faz.net, 16.01.2013 10:50 Uhr)</p></blockquote>
<blockquote><p>Hirntod-Definition &#8211; ein Grund, die Spende zu verweigern? Ja. Denn nicht nur die damalige Definition hat ein Geschmäckle. Das Geschmäckle wird unschöner, wenn man sich die vielen unterschiedlichen Todesdefinitionen anschaut wie die Non heart-beating Donors, bei denen es mittlerweile darum geht, wieviele Minuten nach einem Herzstillstand explantiert werden kann: Wenn Sie im Internet recherchieren, werden Sie auch auf Angaben in Sekunden stoßen. Das bedeutet, die neueren Definitionen des Todes sind willkürlich und Interessenlagen geschuldet, nicht selten ökonomischen Interessen. Transplantationen sind für Kliniken ein einträgliches Geschäft, und für die Pharmaindustrie ebenfalls, muss der Organempfänger doch lebenslang Medikamente zu sich nehmen, die eine Abstoßung des verpflanzten Organs verhindern sollen (diese Abwehrreaktion des Körpers gibt zumindest mir zu denken). Ich bin mir sehr sicher, dass in absehbarer Zeit die Definition des Todes wieder verändert wird. (Rita Krüger (RitaKru&#8230;), faz.net., 16.01.2013 12:12 Uhr)</p></blockquote>
<p>Allerdings ist die Diskussion mit dem Verweis auf die Einbettung der Hirntod-Definition in pragmatische Interessenskonstellationen nicht an einem Endpunkt angelangt. Einseits ist es nämlich immer noch möglich – Interessen hin oder her – dass letztendlich gute Argumente dafür sprechen, den Hirntod als Tod anzuerkennen:</p>
<blockquote><p>Ich finde die Definition sinnvoll, weil unser Verstand, unser Character, alles was das &#8220;Ich&#8221; ausmacht, ganz offensichtlich im Gehirn sitzt. Der Rest hat nur mehr oder weniger mechanische Aufgaben. Herz: Pumpe, Niere: Filter, Leber: Chemielabor usw. (Lochkarte auf <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Meine-Mutter/forum-246428/msg-22965178/read" target="_blank">TP</a>).</p></blockquote>
<p>Zum anderen: Möglicherweise braucht es den Hirntod gar nicht, um die Organentnahme ethisch zu rechtfertigen. In der bioethischen Diskussion gibt es auch die Position, dass es besser ist, einzugestehen, dass es sich bei den Organspenden um <em>Sterbende</em> handelt &#8211; und dass diese, kurz vor ihrem natürlichen Ableben, zum Zwecke der Organentnahme ethisch legitim getötet werden dürfen. (Interessanter Weise wurde dieser Vorschlag im Forum jedoch nicht als Option diskutiert. Vielmehr wurde der Vorschlag zitiert, um darauf hinzuweisen, zu welchen moralisch skandalösen Schritten Organspende-Befürworter bereit sind.)</p>
<p><strong>Zwischenfazit</strong>: Es gibt gute und in der Diskussion bislang nicht entkräftete Gründe, der Hirntod-Definition ihren Status als wissenschaftlich-objektive Gegegenheit abzusprechen. Folgt man diesen Gründen, ist in der Sache immer noch alles offen. Es verschiebt sich jedoch die Beweislage. Wenn man davon ausgeht, dass die Frage, wann ein Mensch tot ist, nicht wissenschaftlich beantwortet werden kann, dann verfügen Wissenschaftler (also Experten) auch nicht über einen privilegierten Standpunkt, um zu beurteilen, welcher Zustand als &#8220;tot&#8221; gelten soll und zu welchem Zeitpunkt es legitim ist, bei Sterbenden Organe zu entnehmen. Somit verändert sich auch die zentrale Frage. Statt um die (mit wissenschaftlicher Expertise) zu beantwortenden Frage, wie tot Hirntote sind, geht es nunmehr um die Frage, ob es ethisch verantwortbar ist, Sterbende (deren Zustand sich nicht eindeutig charakterisieren lässt) zum Zwecke der Organentnahme zu töten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Hirntote sind keine Leichen!</h2>
<p>Der Strang “Hirntote sind keine Leichen” geht noch einmal einen Schritt zurück und greift die Frage, wie tot Hirntote sind (also: in welchem Zustand sich die zur Organspende vorgesehenen Sterbenden befinden), im Detail auf:</p>
<p style="text-align: center;">. <a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5_keineLeichen.jpg"><img class="aligncenter" style="display: inline; border: 0px none;" title="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5_keineLeichen" alt="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5_keineLeichen" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5_keineLeichen_thumb.jpg" width="242" height="171" border="0" /></a></p>
<p>Hier geht es einmal um die Interpretation von Tatsachen, die als solche nicht umstritten sind. “Hirntote” zum Beispiel können Fieber haben, ihre Haare und Nägel wachsen noch, und es hat sogar Fälle gegeben, wo hirntote Frauen ein Kind ausgetragen haben (Details: siehe <a href="http://www.mindmeister.com/250402953" target="_blank">interaktive Argumentkarte</a> mit den zusammengeführten Kommentare). Umstritten ist lediglich, ob die genannten Tatsachen ein Grund sind, Hirntote nicht als “tot” zu bezeichnen.</p>
<p>Ein weiteres Element: Fallgeschichten von Patienten, die als “hirntod” diagnostiziert wurden, aber wieder ins Leben zurückgekehrt sind.</p>
<blockquote><p>Ich möchte auf eine Stellungnahme zum Thema Hirntod von Jan Kerkhoffs<br />
aufmerksam machen. Er wurde nach eigenen Angaben am 18. August 1992<br />
für hirntot erklärt, hat jedoch überlebt. Quelle: Deutscher Bundestag<br />
– Ausschuß für Gesundheit. Bonn, 05. Juli 1995. Drucksache 13 /152,<br />
Seite 4. Oder unter: <a href="http://www.transplantation-information.de/gesetze_organspende_transpl antation/stellungnahme_transplantation/drucksache_jan_kerkhoffs_1995. html" target="_blank">http://&#8230; </a> (<i>Roberto Rotondo, <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Massgebend-ist-nicht-der-Hirntod-sondern-seine-Diagnose/forum-246428/msg-22998642/read/" target="_blank">TP</a>)</i></p></blockquote>
<p>Hier ist nicht umstritten, dass eine Diagnose auf Hirntot gestellt wurde, und auch nicht, dass die besagten Patienten tatsächlich wieder aus ihrem Zustand erwacht sind. Es stellen sich aber Fragen hinsichtlich von Diagnose-Kriterien und Diagnose-Verfahren.</p>
<p>Ferner geht es um die Frage, ob vermeintlich Hirntote nicht doch Reste von Bewusstsein haben können. Hier wurde im Forum ein als Beleg eingebrachter Hinweis auf eine Veröffentlichung im <em>New England Journal</em> zurückgewiesen, weil die betreffende Untersuchung nicht Hirntote zum Gegenstand hatte, sondern Koma-Patienten. Zu Stützung der Vermutung, dass Bewussstein möglicherweise nicht nur an das Gehirn gekoppelt ist, konnten keine schlussendlich überzeugenden Beweise erbracht werden.</p>
<p>Weitgehend unbeantwortet blieb die Frage, ob eine Ausweitung des Kriterien-Kataloges helfen könnte, die Hirntod-Diagnose verlässlicher zu machen. Einzig der in die Diskussion eingbrachte Vorschlag der Durchführung eines EEG wurde aufgegriffen und als ungeeignet zurückgewiesen:</p>
<blockquote><p>Selbst mit einem &#8211; nicht vorgeschriebenen &#8211; EEG werden nur Teilbereiche des Gehirns erfasst. Auch bei den anderen Untersuchungen konnte ich in der Fachliteratur keine 100%ige Sicherheit finden. Heike Braun (Honigfl&#8230;), faz.net., 16.01.2013 09:43 Uhr So ist z.B. ein EEG bei uns nicht vorgeschrieben, aber es würde die Diagnostik auch nur unwesentlich erweitern, da es nur bis zu 3mm unter die Schädeldecke reicht, also tiefere Regionen des Gehirns gar nicht erreicht. (Renate Simon (-simon-) , faz.net., 17.01.2013 17:06 Uhr</p></blockquote>
<p><strong>Zwischenfazit</strong>: Offenbar handelt es sich bei Hirntoten tatsächlich nicht um das, was man umgangssprachlich als “Leichen” bezeichnet. Leichen haben kein Fieber und können keine Kinder austragen. Welche Schlüsse man aus dieser Beobachtung zieht, ist jedoch keine wissenschaftliche, sondern eine ethische Frage. Entsprechend groß ist hier der Raum für Kontroversen. Gleiches gilt für Dispute zum Thema “Bewusstsein”: Auch dieses Phänomen entzieht sich dem direkten naturwissenschaftlichen Zugriff. Die Skepsis, ob Hirntote nicht doch über Bewusstsein verfügen, wird sich nicht letztendlich klären lassen. Selbst aber, wenn sich diese Frage klären ließe, würde dies kaum einen Unterschied machen: In diesem Fall würde der Disput sich lediglich verlagern auf die ethische Frage, ob Patienten, die über ein wie auch immer zu charakterisierbares (Rest)Bewusstsein verfügen, zur Organspende vorgesehen werden dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Diagnose-Fehler</h2>
<p>Etwas bodenständiger als die Hirntod-Debatte ist eine andere Art von Skepsis: Gegeben, dass die Hirntod-Kriterien als solche akzeptabel sind: Werden diese Kriterien in der Praxis dann auch sachgerecht diagnostiziert?</p>
<p><a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_2.jpg"><img style="display: block; float: none; margin-left: auto; margin-right: auto; border-width: 0px;" title="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_2" alt="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_2" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_2_thumb.jpg" width="242" height="178" border="0" /></a></p>
<p>Basis für diesen Diskussionblock ist vor allem eine <a href="http://blog.br.de/report-muenchen/2012/5747/tabuthema-hirntod-zweifel-an-der-qualitaet-der-diagnostik.html" target="_blank">TV-Reportage</a> der Journalistin Silvia Matthies, die Ende November 2012 im Rahmen der Sendung Report München ausgestrahlt wurde. Die Reportage schildert sowohl Einzelfälle wie auch systematische Schwachpunkte in der Diagnosepraxis. In der Forendiskussion spielt vor allem die Befürchtung eine wichtige Rolle, dass Ärzte aus Eigeninteresse oder aus professionellem Interesse dazu neigen könnten, Patienten vorschnell als “hirntot” zu erklären und somit die Organentnahme einzuleiten. Als Gründe für diesen Generalverdacht wird auf die jüngsten Korruptionsskandale verwiesen sowie auf die Tatsache, dass der Medizinbetrieb insgesamt ‘kommerzialisiert’ ist:</p>
<blockquote><p>Das auch Organe dem kapitalistischem Prinzip unterliegen: Profit um jeden Preis. Um jeden! Wenns um Profit geht, zählt auch solcher Firlefanz wie Moral und Ethik nichts. (…) Wer glaubt eigentlich noch diesen Hirntod-Kriterien, wenn die Mediziner Euros in den Augen haben. Wer Organe nach Brieftasche verteilt, macht auch noch ganz andere Dinge. (klopot, <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Was-haben-die-Manipulation-von-Patientendaten-gezeigt/forum-246428/msg-22957559/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p>Obwohl sich Äußerungen dieser Art als Grundstimmung durch eine Vielzahl der Beiträge in den Foren zieht, ist erstaunlich wenig Mühe darauf verwendet worden, den Verdacht auch nur in den Grundzügen im Detail zu erhärten. Die Klärung der Frage, welche der beteiligten Akteuere (Explantateure, Kliniken, die Deutsche Stiftung Organspende, Transplantateure, Krankenkassen) eigentlich welche konkreten Anreize haben und was für Optionen es praktisch gäbe, unbemerkt gegen geltende Regeln zu verstoßen, wird kaum verfolgt. Die Frage wird jedoch zumindest an einer Stelle deutlich formuliert:</p>
<blockquote><p>Erklär mir bitte mal, wie das in Deutschland geht, so Organe nach Brieftasche verteilen? Und wer hat das wo gemacht? (Frührentner a.D., <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Was-haben-die-Manipulation-von-Patientendaten-gezeigt/forum-246428/msg-22957686/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p>Teilweise beantwortet wurde hingegen die Frage, ob Diagnose-Fehler häufiger als vermutet verkommen, weil es neben der berichteten Fällen eine erhebliche Dunkelziffer gibt:</p>
<blockquote><p>(&#8230;) Im Internet findet man auch nur die Fälle, die trotz festgestellten Hirntodes ÜBERLEBT haben. Wie hoch ist wohl die Dunkelziffer, wenn man bedenkt, dass Menschen entweder als Organspender auf dem OP-Tisch sterben oder die Geräte abgeschaltet werden, ohne dass die Menschen die Chance zum Überleben überhaupt noch bekamen? (Heike Braun (Honigfl&#8230;), faz.net, 16.01.2013 09:43 Uhr)</p></blockquote>
<p>Eine Nachfrage ergab hier, dass zumindest die Praxis der Organentnahme an einer etwaigen “Dunkelziffer” vermutlich unschuldig ist. Denn: die betreffenden Patienten würden, falls sie nicht zur Organentnahme vorgesehen wären, nicht weiter beatmet werden – und wären binnen kürzester Zeit ein Fall für die Leichenhalle. Nicht herangehogen (da hinter der Bezahlschranke befindlich) wurden <a href="http://de.statista.com/statistik/daten/studie/203538/umfrage/todesursachen-von-organspendern-in-deutschland/" target="_blank">Untersuchungen</a> zu Todesursachen von Organspendern in Deutschland, die möglicherweise Aufschluss zu den Überlebenschancen der Spender geben könnten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="font-family: georgia;">Die Skandale in Leipzig und anderswo: Ein Argument contra Organspende?</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-1309" alt="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_4" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_41.jpg" width="495" height="181" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Tatsache, dass in Leipzig und anderswo Patientendaten gefälscht und somit den Betroffenen ein besser Platz auf der Warteliste für Organspenden verschafft wurde, nährt den Verdacht, dass Spendenorgane generell nicht gerecht verteilt werden:</p>
<blockquote><p>von der &#8220;gerechten&#8221; Verteilung der Organe nach tatsächlicher Bedürftigkeit kann die Organmafia denen erzählen, die auch an den Weihnachtsmann am Nordpol glauben. Die glauben dann nämlich auch daran, dass z.B. ein Abramowitsch oder einer der reichsten 1% in Deutschland auf die lange Warteliste käme, wenn er denn eine neue Leber bräuchte. (Christian Hammerl (wrtlx), faz.net., 16.01.2013 11:32 Uhr)</p></blockquote>
<blockquote><p>Erst der Regensburger Organskandal hat mich da nachdenken lassen. Es geht ja nicht nur darum, das einige mitleidsvolle Ärzte ihre Patienten in der Warteliste nach oben geschummelt haben. Hier wurden ja Organe regelrecht ins Ausland verschoben und dann von dem Skandalarzt Dr. Aiman O. in Amman/Jordanien in Mitglieder der saudischen Königsfamilie verpflanzt. (Christian Heine (Sertori&#8230;) , faz.net, 16.01.2013 15:28 Uhr)</p></blockquote>
<p>Nachweise, dass ein relevanter Teil der Organspenden tatsächlich an den Listen vorbei vergeben wird, konnten keine erbracht werden. <a href="http://www.stern.de/gesundheit/faktencheck-organspende-werden-privatpatienten-wirklich-bevorzugt-1890103.html" target="_blank">Statistiken</a>, nach denen beispielsweise Privatpatienten als Organempfänger bevorzugt werden, erwiesen sich als wenig stichhaltig.</p>
<p>Die Skandale in Leipzig wurden auf der anderen Seite aber auch als Argument zu Gunsten der Organspende interpretiert:</p>
<blockquote><p>Wenn genügend Spenderorgane verfügbar sind, entfällt jegliche Motivation für die Missbräuche (Organhandel, Manipulation von Empfängerlisten, Entnahme ohne sichere Todesfeststellung etc.). Die ganzen Skandale der letzten Zeit sind also keine Argumente gegen, sondern vielmehr für Organspende. Machen genügend Leute mit, trocknet man den Sumpf aus. (cooregan, <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Argument-fuer-Spenden/forum-246428/msg-22957275/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<blockquote><p>Wenn es genügend Spender gibt, entfallen jegliche Reize irgendwas zu manipulieren. Der Kosten/Nutzen-Faktor ist dann einfach zu schlecht. Die Manipulationen(egal welcher Art) sind ja nur in dem Mangel begründet. (Azure_Kite, <a href="http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Argument-fuer-Spenden/forum-246428/msg-22957374/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p>Die Antwort darauf:</p>
<blockquote><p>leider nein. Denn dann wird um die besseren Organe (von gesunden, sporttreibenden, nichtrauchenden Menschen) geschachert. Organhandel und Listenmanipulationen werden auch weiterhin stattfinden, nur eben um höherwertige Organe. (SW, <a href="ttp://www.heise.de/tp/foren/S-Quantitaet-fuehrt-zu-Qualitaetsselektion/forum-246428/msg-22957361/read/" target="_blank">TP</a>)</p></blockquote>
<p><strong>Zwischenfazit:</strong> Die Manipulation von Patientendaten nährt vor allem den Verdacht, dass Organe in großem Stil an den Wartelisten vorbei vergeben werden. Erhärten ließ sich dieser Verdacht nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Würde des Sterbenden wird verletzt</h2>
<p>Der letzter Block von Einwänden betrifft die Behauptung, dass die Würde von Sterbenden durch die Organentnahme verletzt wird.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5.jpg"><img class="aligncenter" style="display: inline; border: 0px none;" title="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5" alt="20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_nichtspenden_5_thumb.jpg" width="244" height="60" border="0" /></a></p>
<p>Ganz allgemein wird befürchtet, dass Angehörige sich nicht von dem Sterbenden verabschieden können, wenn Organe entnommen werden:</p>
<blockquote><p>Mein Mann hatte ein Adenokarzinom der Lunge mit Metastasen im Gehirn (wo noch, ist unbekannt). Sein Herz hätte aber, wäre er jünger gewesen, verwendet werden können. Hätte ich seinen Sterbeprozess so begleiten können, wie ich es tat? Hätte ich mich so intensiv von ihm verabschieden können? Wohl kaum. Man hätte spätestens nach Einsetzen der &#8220;Kussmaul-Atmung&#8221; meinen Mann in den OP geschoben, explantiert und ich hätte da gestanden und nicht gewusst, wohin mit meinem Entsetzen. ((imon (-simon-) , faz.net, 16.01.2013 15:02 Uhr)</p>
<p>Im März 2012 meldete die WAZ, dass einem Patienten „[...] neben der Haut fast alle Knochen vom Unter- bis zum Oberkiefer, mimische Muskeln, Gesichtsgewebe sowie Blutgefäße und Nerven ersetzt [wurden]; dazu Nase, Lippen, Zähne und ein Teil der Zunge.“ (Roberto Rotondo (Rotondo), faz.net<a title="Alle Beiträge von Roberto Rotondo (Rotondo)" href="http://www.faz.net/suche/?query=&amp;BTyp=lesermeinungen&amp;username=%22Rotondo%22">, </a> 18.01.2013 14:49 Uhr</p></blockquote>
<p>Darüber hinaus wird der Einwand der verletzten Würde gestützt durch die Behauptung, dass dass Sterbende, die als Organspender vorgesehen sind, eine schlechtere medizinische Versorgung erhalten als Nicht-Spender. So erhalten sie beispielsweise keine adequate Schmerzbehandlung:</p>
<blockquote><p>Der Patient bekommt beim reinen VERDACHT auf Hirntod keine Sedativa und Analgetika mehr, da sonst die Hirntoddiagnostik nicht durchgeführt werden kann und darf. Jetzt möge sich jeder selbst vorstellen, was das bedeutet, wenn das Hirn anschwillt – und das tut es häufig in diesen Fällen – und man keine medikamentöse Unterstützung erhält! Abgesehen davon dass der Patient möglicherweise unsagbare Schmerzen erleidet schädigt Stress das Gehirn noch zusätzlich. (Heike Braun (Honigfl&#8230;), faz.net, 18.01.2013 11:29 Uhr)</p></blockquote>
<p>Ein Beleg dieser Behauptung steht aus. Ausführliche Protokolle von Erfahrungsberichte von <a href="http://transplantation-information.de/organspende_organspender/organspende_angehoerige/organspende_angehoerige_hauptseite.html" target="_blank">Angehörigen</a> und von <a href="http://transplantation-information.de/organspende_organspender/organexplantation_erfahrungen_pflegekraft_uebersicht.html" target="_blank">Pflegekräften</a>, die von der entwürdigenden Behandlung Sterbender zeugen, hat der Psychologe und ehemalige Krankenpfleger Roberto Rotondo erstellt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Wenn man sich mit der Debatte befasst, fällt auf: In der gesamten Auseinandersetzung zum Thema Organspende rekrutieren sich engagierte Befürworter und Gegner vor allem aus zwei verschiedenen professionellen Feldern. Mediziner betonen immer wieder, dass der Hirntod eine vergleichsweise abstrakte Angelegenheit sei – abstrakt insofern, als Patienten, die als hirntot gelten, noch Lebenszeichen wie spontane Reaktionen auf Schmerzreize zeigen. Pfleger und Krankenschwestern, auf der anderen Seite, wollen dieser „Abstraktion“ nicht folgen und insistieren in Erlebnisberichten immer wieder darauf, dass vermeintlich Hirntote für sie Patienten sind. Die ist nicht nur eine private Meinung. Die Auffassung entspricht auch den Richtlinien ihres Berufes.</p>
<p>Wer hat Recht? Wenn man dem Argument folgt, dass der Tod nicht wissenschaftlich definiert werden kann und dass die eigentlich Frage der Debatte folglich nicht das Kriterium für den Tod ist, sondern der Umgang mit Sterbenden, dann gibt es keinen Grund, davon auszugehen, dass Medizinern in dieser Frage über ein Wissen verfügen, welches dem der Pflegekräfte überlegen ist.</p>
<p>Dies führt zu der weiteren Frage, warum die Stimme der Pflegekräfte zumindest in den Expertisen zum Thema so wenig Gewicht hat. Krankenschwestern und Pflege stellen die größte Berufsgruppe dar, die an der Ex- und Transplantation von Organen beteiligt sind. Dennoch sind die Berufsverbände der Pflegekräfte bei den parlamentarischen Beratungen und Expertenanhörungen sowohl bei der Einführung des Transplantationsgesetzes in den späten 90er Jahren wie auch in jüngerer Zeit kaum zu Wort gekommen. Ein Grund dafür könnte folgender sein: Das, was die Pflegefraktion als „Position“ zu bieten haben, ist, zusammengefasst in der knappen Form eines Argumentes, weder besonders schlagkräftig noch neu: „Die Würde des sterbenden Menschen wird verletzt“. So etwas macht, neben anderen, womöglich mit Zahlenmaterial hochgerüsteten Formen der bioethischen Expertise, einen vergleichsweise schwachen Eindruck. Aber wer sich die Zeit nimmt und sich die Berichte durchliest oder ein <a href="http://www.untot.info/210-0-WIE-TOT-IST-HIRNTOT.html" target="_blank">Vortragsvideo</a> anschaut, der wird das Argument der verletzten Würde schwerlich als irrelevant abtun können. Ein persönliches Resümee: Mich selbst, als Moderator der Faktencheck-Debatte, haben die Berichte der betroffenen Pfleger mehr als skeptisch gestimmt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Nachtrag: Vorschläge zur Verbesserung des Spendenaufkommens</h2>
<p>Es wurden im Verlaufe der Diskussion auch verschiedene Vorschläge dazu gemacht, mit welchen Maßnahmen sich die Spendenbereitschaft erhöhen ließe.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_bereitschaft.jpg"><img class="aligncenter" style="display: inline; border: 0px none;" title="20130122_OrganspendeMM_bereitschaft" alt="20130122_OrganspendeMM_bereitschaft" src="http://www.debattenprofis.de/wp-content/uploads/2013/01/20130122_OrganspendeMM_bereitschaft_thumb.jpg" width="242" height="208" border="0" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nur kurz: In Bezug auf die Ausgangsfrage (Organspende: Für und Wider) sind diese Vorschläge insofern interessant, als hier noch einmal die Frage nach dem Charakter dieser “Spende” gestellt wird. Ein Beispiel:: Handelt es sich um einen Vertrag, der auf Leistung und Gegenleistung beruht – ähnlich wie dies in der Solidargemeinschaft der Krankenversicherten der Fall ist? (In welchem Fall es legitim wäre, den Empfang von Organen an die Spendebereitschaft zu koppeln. ) Oder um ein Geschenk, für welches keine Gegenleistung erwartet werden darf?</p>
<p>Zum Schluss noch ein einfach zu realisierender praktischer Vorschlag (eingebracht von Kai Bockelmann (KB63) , faz.net., 18.01.2013 10:37 Uhr): Organspende-Ausweise sollten auch dazu auffordern, anzukreuzen, ob man selbst im Falle des Falles eine Organspende erhalten möchte. Mancher, der ansonsten die Frage nach der Spendenbereitschaft mit “Nein” beantwortet, würde es sich vielleicht noch einmal überlegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><strong><em>Über neue Folgen des Faktencheck informiert werden?<br />
Folgen Sie uns über <a href="https://twitter.com/debattenprofis">Twitter</a> . Oder beziehen Sie ein Abo via <a href="http://www.debattenprofis.de/?page_id=1133">Email</a> .</em></strong></p>
<p style="text-align: right;"><em> Das Projekt Faktencheck wird gefördert durch die Robert Bosch Stiftung.<br />
Kostenfreie Wiederveröffentlichung diese Textes ist auf Anfrage möglich: <a href="mailto:faktencheck@debattenprofis.de">faktencheck@debattenprofis.de</a></em></p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=747</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Faktencheck</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=722&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=722</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=722#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Sep 2012 07:16:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=722</guid>
		<description><![CDATA[In Kürze startet auf unserer Plattform Debattenprofis ein neues Format für den Onlinejournalismus, welches Elemente der Leserpartizipation mit investigativer Recherche zu kontroversen Fragen vor wissenschaftlichem Hintergrund verbindet. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/09/Debattenprofis-Zweizeiler-+-Faktencheck.jpg"><img class="alignright  wp-image-723" title="Debattenprofis Zweizeiler + Faktencheck" src="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/09/Debattenprofis-Zweizeiler-+-Faktencheck.jpg" alt="" width="158" height="128" /></a></p>
<p>Auf unserer Plattform <a href="http://www.debattenprofis.de">Debattenprofis </a>ist die Rubrik &#8220;Faktencheck&#8221; gestartet! Der Faktencheck ist ein neues Format für den Onlinejournalismus, welches Elemente der Leserpartizipation (Crowdsourcing) und investigativer Recherche zu kontroversen Fragen mit wissenschaftlichem Hintergrund verbindet. <span id="more-722"></span>Über einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen findet eine Live-Recherche statt. Ergebnisse in Form eines fortlaufenden Recherche-Tagebuches werden auf debattenprofis de veröffentlich sowie auf faz.net und telepolis.de. Leser haben die Möglichkeit, sich im Forum an der Recherche zu beteiligen. Ein Moderator überträgt sowohl laufende Kommentare wie Ergebnisse der Live-Recherche auf eine Argumentkarte.</p>
<p>Die Durchführung des Projekts wird ermöglicht durch die Robert Bosch Stiftung.</p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=722</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kostenexplosion im Gesundheitswesen?</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=717&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=kostenexplosion-im-gesundheitswesen</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=717#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Aug 2012 09:24:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=717</guid>
		<description><![CDATA[„Der Arzneimittelsektor ist maßgeblich für die Finanzierungsproblematik im Gesundheitswesen verantwortlich“: dieser Ansicht sind, laut Meinungsumfragen, ein Großteil der Deutschen. „Finanzierungsproblematik“, das heißt: Die Kosten im Gesundheitssystem steigen kontinuierlich. Immer weniger Beitragszahler, immer höhere Beiträge. Wir wollen wissen: Welche Rolle spielt die Arzneimittelindustrie hier wirklich? Womit werden wir in Zukunft zu rechnen haben: Wird das medizinisch Notwendige an Arzneimitteln und Behandlungen für einen Großteil der Bürger womöglich gar nicht mehr zur Verfügung stehen? Dies ist die Ausgangslage: Momentan investieren wir in Deutschland 3.400 Euro pro Kopf in unsere Gesundheit. Das sind 11,6 Prozent des BIP Nach Berechnungen von Experten werden wir, wenn alles so weitergeht wie bisher, bis zum Jahr 2040 um die 30 Prozent unseres Einkommens für unsere Gesundheit investieren müssen1 Vermeidbar ist diese Steigerung nur dann, wenn Gesundheitsleistungen künftig rationiert werden. Rationierung, das heißt: nicht alles, was medizinisch machbar oder vielleicht angezeigt ist, wird dann auch verfügbar sein. Kommt es wirklich so dicke? Dies haben wir herausgefunden: Absolut betrachtet, wird Gesundheit immer teurer. Relativ betrachtet hingegen könnte vielleicht auch alles beim alten bleiben. Denn: durch das Wirtschaftswachstum steht für Gesundheit immer mehr Geld zur Verfügung. … So ist der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt in jüngster Vergangenheit auch kaum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><iframe style="overflow: hidden;" src="http://www.mindmeister.com/maps/public_map_shell/192581594/bis-zum-jahr-2050-droht-eine-kostenexplosion-die-dramatische-verknappung-der-mittel-im-gesundheitswesen-wird-zur-folge-haben-dass-das-medizinisch-m-gliche-nicht-mehr-allen-patienten-zur-verf-gung-steht?width=600&amp;height=400&amp;z=0.4&amp;no_share=1&amp;no_logo=1" frameborder="0" scrolling="no" width="600" height="400"></iframe></p>
<p>„<strong>Der Arzneimittelsektor ist maßgeblich für die Finanzierungsproblematik im Gesundheitswesen verantwortlich</strong>“: dieser Ansicht sind, laut <a href="http://www.pta-aktuell.de/media/pdf/11_04/PTA_11_Intern_080.pdf">Meinungsumfragen</a>, ein Großteil der Deutschen. „Finanzierungsproblematik“, das heißt: Die Kosten im Gesundheitssystem steigen kontinuierlich. Immer weniger Beitragszahler, immer höhere Beiträge.</p>
<p>Wir wollen wissen: Welche Rolle spielt die Arzneimittelindustrie hier wirklich? Womit werden wir in Zukunft zu rechnen haben: Wird das medizinisch Notwendige an Arzneimitteln und Behandlungen für einen Großteil der Bürger womöglich gar nicht mehr zur Verfügung stehen?</p>
<p>Dies ist die Ausgangslage:</p>
<ul>
<li>Momentan investieren wir in Deutschland 3.400 Euro pro Kopf in unsere Gesundheit. Das sind 11,6 Prozent des BIP</li>
<li>Nach Berechnungen von Experten werden wir, wenn alles so weitergeht wie bisher, bis zum Jahr 2040 um die 30 Prozent unseres Einkommens für unsere Gesundheit investieren müssen<sup><a href="http://www.explorat.de/?p=717#footnote_0_717" id="identifier_0_717" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="Schlander, Michael; Schwarz, Oliver und Christian Thielscher (2005). Gesundheitsausgaben in Deutschland: Eine makro&ouml;konomische Anaylse ihrer langfristigen Finanzierbarkeit. In Gesundheits&ouml;konomie &amp; Qualit&auml;tsmanagement. Stuttgart: Thieme, 178-187http://www.michaelschlander.com/pnp/publications_en/Schlander%20et%20al%20-%20Finanzierbarkeit%20-Print%20-%200406.p">1</a></sup> Vermeidbar ist diese Steigerung nur dann, wenn Gesundheitsleistungen künftig rationiert werden. Rationierung, das heißt: nicht alles, was medizinisch machbar oder vielleicht angezeigt ist, wird dann auch verfügbar sein.</li>
</ul>
<p>Kommt es wirklich so dicke? Dies haben wir herausgefunden:</p>
<p>Absolut betrachtet, wird Gesundheit immer teurer. Relativ betrachtet hingegen könnte vielleicht auch alles beim alten bleiben. Denn: durch das <strong>Wirtschaftswachstum</strong> steht für Gesundheit immer mehr Geld zur Verfügung. <a style="display:none;" id="te1966062079" href="javascript:expand('#te1966062079')">…</a>
<div class="te_div" id="te1966062079"><script language="JavaScript" type="text/javascript">expander_hide('#te1966062079');</script> So ist der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandsprodukt in jüngster Vergangenheit auch kaum gestiegen – nämlich nur um zwei Prozentpunkte von 9,6 Prozent in 1992 auf 11,6 Prozent in 2009.</p>
<p>Dennoch stöhnen die Krankenkassen. Schuld daran ist die „Erosion der Bemessungsgrundlage“: Das Wirtschaftswachstum ist in den Portemonnaies jener 70 Prozent der Bürger, die über die Krankenkasse versichert sind, nicht angekommen. Lohnzuwächse sind ausgeblieben. Deshalb haben die Krankenkassen weniger Einnahmen erzielt und waren gezwungen, die Beiträge zu erhöhen.</p>
<p>Nach Berechnungen des Mediziners und Gesundheitsökonomen Michael Schlander, Gründer und Leiter des Instituts für Innovation und Evaluation im Gesundheitswesen und Professor an den Universitäten Heidelberg und Duisburg-Essen, wären wir heute, wenn die Gehälter mit dem Wirtschaftswachstum Schritt gehalten hätten, mit den Krankenkassenbeiträgen auf dem Stand der achtziger Jahre.</p>
<p>Statt mit einer Kostenexplosion haben wir es seiner Ansicht nach deshalb lediglich mit „distributiven Fragen“ zu tun. Die Politik müsste nur für eine entsprechende Umverteilung sorgen, damit das Wirtschaftswachstum sich auch im Budget der Krankenkassen bemerkbar macht. Dann könnten wir auf dem Konsumniveau, das wir heute haben, bleiben und alle zusätzlichen Kapazitäten, die uns das Wirtschaftswachstum bringt, in die Gesundheit investieren. Im Grunde machen wir das sowieso schon. Denn während in anderen Bereichen des Konsums mit zunehmendem Wohlstand einer Gesellschaft eine Sättigung eintritt, ist dies bei Gesundheitsleistungen nicht der Fall. Ökonomen nennen das „Einkommenselastizität“.</p>
<p>Professor Schlander hat ausgerechnet, dass wir uns auf diese Weise bis etwa 2050 weiter hangeln könnten. Vielleicht sogar noch länger. Denn wenn die steigenden Investitionen in die medizinische Betreuung außerdem noch dazu führen, dass sich auch die allgemeine Gesundheit verbessert, dann erhält auf diese Weise das Wachstum noch einen Extra-Schub. Das wiederum haben Ökonomen mit Hilfe des so genannten Granger-Tests herausgefunden. Der Test kann zwischen zwei Größen, die statistisch betrachtet miteinander korrelieren, jene Größe ermitteln, die als Ursache die andere bedingt. Das Ergebnis schien eindeutig: Mehr Gesundheit bewirkt ein größeres BIP-Wachstum, nicht umgekehrt.</p>
<p>Der Haken bei der Sache: Die „distributiven Fragen“ sind so leicht natürlich nicht zu klären. Die Antworten erfordern flächenübergreifende Maßnahmen zur Eindämmung der Lohn-Ungleichheit, eine stärkere Besteuerung von Kapitaleinkünften, vielleicht auch so etwas wie eine radikale Anhebung der Mehrwertsteuer oder eine Bürgerversicherung, in der die privaten und die gesetzlichen Krankenversicherungen zusammengeführt werden. All dies ist im Prinzip möglich – politisch allerdings schwer durchsetzbar und angesichts weit in die Zukunft reichender Versorgungsansprüche vor allem der Beamtenschaft ganz sicher nicht kurzfristig realisierbar.</p>
<p style="text-align: left;">Hier ist das Resümee der bisherigen Überlegungskette:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-691" title="20120809_kostenex_gastspiel0" src="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/07/20120809_kostenex_gastspiel0.jpeg" alt="" width="553" height="1154" /></p>
<p>Somit ist festzuhalten: </div> Bei näherer Betrachtung zeigt sich: Die These &#8220;Das Wirtschaftswachstum kann steigende Krankenkassenbeiträge ausgleichen!&#8221; zwar durch weitere Argumente untermauert werden. Aber auf diese Argumente gibt es überzeugende Gegenargumente. Alles in allem betrachtet, scheint eswenig plausibel, dass das Wirtschaftswachstum die steigenden Gesundheitskosten wird auffangen können.</p>
<p>Bleibt als nächstes die Frage danach, <strong>ob die Kosten wirklich steigen </strong>- und warum. Der Zusammenhang dieser Frage mit der bereits diskutierten These &#8220;Das Wirtschaftswachstum kann steigende Kassenbeiträge ausgleichen&#8221; ist dieser: Damit die Diagnose &#8220;Kostenexplosion&#8221; zutrifft, müssen beide Thesen wahr sein &#8211; die bereits diskutierte These, dass die Kostensteigerungen <em>nicht</em> durch höhere Einnahmen der Kassen (ermöglicht durch das Wirtschaftswachstum) ausgeglichen werden kann sowie die These, dass die Gesundheitskosten tatsächlich steigen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-692" title="20120809_kostenex_gastspiel" src="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/07/20120809_kostenex_gastspiel.jpeg" alt="" width="413" height="482" /></p>
<p>Für das Steigen der Gesundheitskosten gibt es zwei Gründe:</p>
<ul>
<li>die <strong>demographische Entwicklung</strong> (also: den immer größerer werdenden Anteil Älterer)</li>
<li>den <strong>medizinischen Fortschritt</strong> (der zwar immer mehr möglich macht, dabei aber auch immer größere Kosten verursacht)</li>
</ul>
<p>Der Anteil, den allein die demographische Entwicklung an der prognostizierten Kostensteigerung hat, beläuft sich nach der Berechnung von Experten auf bis zu 20 Prozent<sup><a href="http://www.explorat.de/?p=717#footnote_1_717" id="identifier_1_717" class="footnote-link footnote-identifier-link" title="AOK-Versorgungsreport 2012: http://www.aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2011/index_06938.html">2</a></sup>. Dem entsprechen würde, zur Gegenfinanzierung, eine Steigerung der Beiträge von derzeit 15 Prozent auf 18 Prozent des Einkommens.</p>
<p>Der größere Anteil der &#8220;Kostenexplosion&#8221; entfällt somit auf die medizinischen Innovationen. Ein kurzer Blick auf die Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte macht deutlich, worum es hier geht:</p>
<ul>
<li>1969 wurde hierzulande die erste koronare Bypass-Operation durchgeführt – 2009 zählten wir 162.417 derartige Herzoperationen in Deutschland.</li>
<li>Das erste künstliche Hüftgelenk haben deutsche Ärzte 1956 implantiert – im Jahr 2009 wurden rund 160.000 Patienten ein neues Hüftgelenk eingesetzt. 1971 erfolgten die ersten Untersuchungen mit Computer-Tomographen, im Jahr 2009 ist die Zahl auf vier Millionen gestiegen.</li>
<li>Auch bei den endoskopischen Untersuchungen ist der Fortschritt belegt: 1983 war hierzulande Premiere, vor drei Jahren wurden allein im stationären Bereich mehr als eine Million Gastroskopien, also Magenspiegelungen durchgeführt.</li>
</ul>
<p>Soweit die Entwicklung vergangener Jahre. Aus ihr lässt sich ablesen: Innovationen und technologischer Wandel sind in der Tat veranwortlich für mehr als die Hälfte der Kostenexplosion. Spannend wird es nun, was die Zukunft betrifft. Hier stellt sich insbesondere die Frage, ob die Kosten nicht in stärkerem Maße als bisher und vor allem deshalb so sehr in die Höhe getrieben werden, weil einige wenige Spezialpräparate &#8211; deren Wirksamkeit zudem in einigen Fällen umstritten ist. <a style="display:none;" id="te179112622" href="javascript:expand('#te179112622')">...</a>
<div class="te_div" id="te179112622"><script language="JavaScript" type="text/javascript">expander_hide('#te179112622');</script></p>
<p>Ein Beispiel: Das Nierenkrebsmedikament Afinitior (Kosten pro Packung mit 30 Tabletten: mehr als 4.700 Euro) geriet vor einiger Zeit in die Schlagzeilen, weil sich herausstellte, dass das Fortschreiten der Erkrankung mit Hilfe von Afinitor lediglich um drei Monate hinausgeschoben werden konnte – obwohl das Medikament als neuer Anti-Krebs-Bestseller gepriesen wurde. Hinausgeschobenes Krebswachstum ist dabei nicht notwendig gleichbedeutend mit einer Verlängerung des Lebens. In manchen Fällen kämpfen die Medikamente zwar Krebszellen für einige Zeit nieder – dafür wachsen andere anschließend umso schneller nach. Der vorübergehenden Verbesserung folgt eine umso rasantere Verschlechterung; womöglich stirbt der Patient sogar früher.</p>
<p>Wenn etwas dran ist an dem Vorwurf, dass der Arzneimittelsektor wesentlich für die Finanzierungsproblematik im Gesundheitswesen verantwortlich ist, dann also dieses: Pharmaunternehmen bringen innovative Medikamente auf den Markt, die in machen Fällen sehr teuer sind. Je mehr dieser teueren Medikamente auf den Markt kommen und auch nachgefragt werden, desto stärker werden auch die Budgets der Kassen belastet.</p>
<p>Inwiefern Spezialpräparate wie Afinitor jedoch tatsächlich einen wesentlichen Einfluss auf die Kostensteigerung ausüben, ist umstritten:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-693" title="20120809_kostenex_gastspiel2" src="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/07/20120809_kostenex_gastspiel2.jpeg" alt="" width="423" height="557" /></p>
<p style="text-align: left;">Links mit Details zur Auseinandersetzung (bei der es hauptsächlich um die Interpretation von Statistiken der vergangenen Jahre geht) finden sich in der <a href="http://www.mindmeister.com/de/178622208/software-bestraft-schw-tzer-ein-glaubw-rdigkeits-algorithmus-f-r-online-foren-kann-das-funktionieren" target="_blank">Online-Karte</a> (oben).</div></p>
<p>Was nun, wenn tatsächlich teure Spezialpräparte die Budgets der Kassen immer stärker belasten? Verschiedene Szenarien kommen in Betracht.</p>
<ol>
<li>Die Politik wird die Hersteller nötigen, die Preise für die teuren Spezialpräparate zu senken.</li>
<li>Die Pharmaindustrie könnte in Zukunft vermehrt darauf verzichten, entwicklungsintensive und in der Anwendung kostspielige Innovationen auf den Markt zu bringen.</li>
<li>Der Pharmaindustrie wird es nicht gelingen, solche Innovationen auf den Markt zu bringen, die einen nachweisbaren Nutzen haben. Nur Innovationen mit wirklichem Nutzen aber werden von den Kassen erstattet.</li>
<li>Die Pharmaindustrie entwickelt Innovationen mit nachweisbarem Nutzen und erzielt dafür weiterhin Höchstpreise.</li>
</ol>
<p>Während Szenario 2. eindeutig Nachteile für Patienten mit sich bringt, erfordert einzig Szenario 4 weiteren Handlungsbedarf: In diesem und nur in diesem Fall wird &#8220;Rationierung&#8221; nötig sein. Hier wird sich entscheiden, wie sehr die Arzneimittelhersteller zu Kostenexplosion beitragen &#8211; und wie sich diese auf die Versicherten auswirken wird. All dies ist jedoch, wie man sieht, eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Dennoch wird bereits heute darüber diskutiert, nach welchen Kriterien man darüber entscheiden soll, welche Patienten oder Krankheiten bevorzugt behandelt werden sollen, wenn das Geld einmal nicht mehr ausreicht, das medizinisch Mögliche allen zur Verfügung zu stellen. <a style="display:none;" id="te1973477788" href="javascript:expand('#te1973477788')">(...)</a>
<div class="te_div" id="te1973477788"><script language="JavaScript" type="text/javascript">expander_hide('#te1973477788');</script></p>
<p>Bislang sieht der Gesetzgeber vor, dass Medikamente, die neu auf den Markt kommen, vom IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) auf ihren Zusatznutzen und ihr Kosten-/Nutzen-Verhältnis geprüft werden. Dabei werden jedoch ausschließlich Therapien und Medikamente verglichen, die demselben Zweck dienen. Mit dieser Beschränkung will man die moralische Zwickmühle vermeiden, zwischen der Relevanz zum Beispiel einer Krebs- und einer Schlaganfall-Therapie unterscheiden zu müssen. Es ist aber gut möglich, dass man in Zukunft nicht um bereichsübergreifende Vergleiche herumkommt.</p>
<p>Dies zeigt ein Fall, der Ende 2010 das Schweizer Bundesgericht beschäftigte. Dabei ging es um die Frage, ob eine Krankenversicherung dazu verpflichtet ist, die Kosten einer Behandlung mit „Myozyme“ zu übernehmen – einem der weltweit teuersten Medikamente überhaupt. Die Therapiekosten werden pro Patient auf über 400.000 Euro im Jahr beziffert. In dem zur Diskussion stehenden Fall galt die Wirksamkeit zwar als erwiesen, aber als sehr gering. „Myozyme“ sollte eingesetzt werden zur Therapie im Spätstadium der seltenen Stoffwechselkrankheit Morbus Pompe. Die Krankheit führt zu einer Muskelschwäche besonders der Atem- und Skelettmuskulatur. Von der Behandlung mit dem Medikament versprachen sich die Ärzte eine Verbesserung der Lungenfunktion und einer Vergrößerung des Radius, innerhalb dessen sich die Patientin, an der sich der Streitfall entzündete, fußläufig bewegen kann. Konkret ging es um einen zu erwartenden Vorteil von 28 zusätzlichen Metern.</p>
<p>Das Gericht entschied gegen eine Erstattungspflicht. Dabei berief es sich auf den Grundsatz der Gleichheit. Weil in der Schweiz viele Menschen mit ähnlich limitierter Gehstrecke wie die betroffene Patientin leben, so das Urteil, könnten unmöglich jedem von ihnen 400.000 Euro pro Jahr zur Verfügung gestellt werden, auch wenn sie hinsichtlich ihrer Lebensqualität vermutlich profitieren würden. So leiden zum Beispiel 2,8 Prozent der Schweizer an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Würde jeder von ihnen auf vergleichbare Weise behandelt, entstünden dadurch Kosten in Höhe von 73 Milliarden Euro. Für die Finanzierung müssten die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung pro Mitglied um monatlich 900 Euro steigen.</p>
<p>Obwohl das Urteil von vielen Experten begrüßt wurde, darunter der Baseler Gesundheitsökonom Stefan Felder, regten sich auch Zweifel. Müsste man nach der gleichen Logik nicht auch Organtransplantation verbieten? Schließlich stehen nicht genug Organe dafür zur Verfügung, und viele Patienten sterben, weil es zu wenige Spender gibt. Das Gleichheitsprinzip kommt hier also auch nicht zur Anwendung. Trotzdem wird dem Einzelnen die benötigte Organtransplantation nicht vorenthalten.</p>
<p>Andere Kritiker bemängelten nicht das Gleichheitsprinzip, sie wiesen stattdessen auf die Schwierigkeit hin, eine angemessene Vergleichsbasis zu finden. Muss in Betracht gezogen werden, dass die Behandlung der Patientin womöglich nicht nur mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht, sondern auch ihr Leben verlängert? Kommt es nicht auch darauf an, wie gut oder schlecht es einem Patienten vor der Behandlung geht? Sollte denen, denen es besonders schlecht geht, bevorzugt geholfen werden? Oder muss das Geld vielmehr dort investiert werden, wo der größte Zuwachs an Lebensqualität zu erwarten ist?</p>
<p>Sind ein drei Monate längeres Leben ein Zuwachs von Lebensqualität? Sind es weniger Schmerzen? Geringere Nebenwirkungen? Ein Bewegungsradius von einigen Metern mehr? Wer will das definieren – und wie?</p>
<p>Gesundheitsökonomen nehmen das QALY-Verfahren zur Hilfe, das schon Ende der fünfziger Jahre entwickelt wurde. Mit ihm bestimmen sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis einer Behandlung. QALY steht für „quality-adjusted life year“ und funktioniert so: Einem Patienten, der unter einer bestimmten Krankheit leidet, wird in einem Verhaltensexperiment ein Medikament angeboten, das seine Krankheit heilt. Allerdings birgt es auch das Risiko eines sofortigen Todes. Nimmt er das Medikament? In dem Experiment wird die Wahrscheinlichkeit zu sterben so lange variiert, bis der Patient nicht mehr genau sagen kann, ob er lieber das Risiko einer Behandlung in Kauf nehmen oder bis zu seinem natürlichen Tod mit der Krankheit leben will. Die Risiko-Zahl gilt dann als Indikator dafür, wie hoch der Patient seine gegenwärtige Lebensqualität einschätzt. Um zu zeigen, inwiefern Patienten von einer realen Behandlung profitieren, muss das Experiment natürlich zweimal gemacht werden: vor Beginn und nach Abschluss der Behandlung. Die Differenz in der Risiko-Zahl zeigt den Zugewinn an Lebensqualität an.</p>
<p>Soweit das Grundprinzip von QALY. Die Probleme, die sich aus einer solchen Bewertung von Lebensqualität ergeben, sind dieselben wie bei „Myozyme“: Es ist unklar, ob die Beurteilungen von Patienten mit unterschiedlichen Erkrankungen überhaupt miteinander vergleichbar sind. Und es bleiben Fragen: Was sind die relevanten Eigenschaften, aufgrund derer ein Fall dieser oder jener Gruppe zugeordnet werden soll? Wäre es nicht fair, diejenigen Patienten zu bevorzugen, denen es von vornherein schlechter geht?</p>
<p>Trotz der grundsätzlichen Probleme wird das QALY-Verfahren mittlerweile von Gesundheitsökonomen vor allem in den angelsächsischen Ländern verwendet. In Deutschland hat sich die Regierung entschieden, eine Kosten-Nutzen-Bewertung auf „qualitätsbereinigte Lebensjahre“ durch das IQWIG vornehmenzu lassen.</p>
<p>Mittlerweile gibt es auch Alternativen zu „QALY“. Eine neue vielversprechende Methode, die systematische Verzerrungen vermeiden will, kommt aus der empirischen Ethik. Anstelle von Entscheidungsprinzipien wird hierbei – über alle Einzelfälle hinweg – die Meinung aus der Bevölkerung eingeholt: Wer soll welche Hilfe erhalten?</p>
<p>Solche Diskussionen werden uns blühen, wenn das Gesundheitssystem teure Medikamente und ihre Anwendung auf breiterer Basis nicht mehr finanzieren kann. Und was dann? Zwei-Klassen Medizin? </div></p>
<p>Eines sollte in all diesen Diskussionen nicht vergessen werden: Soziodemographische Faktoren wie das Einkommen oder das Bildungsniveau der Eltern wiegen schwerer als das Level medizinischer Versorgung, ja selbst schwerer als Übergewicht, Rauchen oder chronischer Schlafmangel.<a style="display:none;" id="te1897201551" href="javascript:expand('#te1897201551')">...</a>
<div class="te_div" id="te1897201551"><script language="JavaScript" type="text/javascript">expander_hide('#te1897201551');</script>Ob Jugendliche rauchen, wie oft und in welchen Mengen sie Alkohol trinken oder Haschisch konsumieren, hängt vor allem vom Schultyp ab. Das Risiko eines schädlichen Mundgesundheitsverhaltens korreliert mit dem Migrations-hintergrund. Generell gilt: Menschen, die an der Armutsgrenze leben, leiden vermehrt an Angstzuständen und Depressionen, an Harninkontinenz, Arthrose, Arthritis und Gelenkrheumatismus sowie an Migräne und häufigen Kopfschmerzen. Bei Frauen steigt das Vorkommen von Diabetes und Bluthochdruck mit sinkendem Einkommen. Männer in der Armutsrisikogruppe haben ein 1,5 Mal so hohes Adipositas-Risiko wie Männer der höchsten Einkommensgruppe, bei Frauen ist das Risiko sogar doppelt so hoch.</div></p>
<p>Keine Frage: Wir leben in einer Mehrklassengesellschaft. Nur ist gerade die Arztpraxis nicht der Ort, wo sie sich am deutlichsten zeigt. Innovative Behandlungsmethoden und wirksamere Medikamente werden – egal wie teuer – die aufgeführten Missstände kaum beheben können. Investitionen in Prävention und Gesundheitserziehung hingegen könnten dazu führen, dass die Kosten künftig nicht mehr in dem Tempo steigen werden wie bisher.</p>
<p>Autor: Ralf Grötker</p>
<ol class="footnotes"><li id="footnote_0_717" class="footnote">Schlander, Michael; Schwarz, Oliver und Christian Thielscher (2005). Gesundheitsausgaben in Deutschland: Eine makroökonomische Anaylse ihrer langfristigen Finanzierbarkeit. In <em>Gesundheitsökonomie &amp; Qualitätsmanagement</em>. Stuttgart: Thieme, 178-187http://www.michaelschlander.com/pnp/publications_en/Schlander%20et%20al%20-%20Finanzierbarkeit%20-Print%20-%200406.p</li><li id="footnote_1_717" class="footnote">AOK-Versorgungsreport 2012: http://www.aok-bv.de/presse/pressemitteilungen/2011/index_06938.html</li></ol>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=717</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Evidence Hub</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=710&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=evidence-hub</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=710#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 08:54:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[argument mapping]]></category>
		<category><![CDATA[collecitve intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[social learning]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=710</guid>
		<description><![CDATA[Simon Buckingham Shum und seine Kolleginnen vom Knowledge Media Institute an der Open University haben eine neue Anwendung auf den Tisch gelegt. Der Evidence Hub ist ein Plattform, auf der Gruppen oder Netzwerke in strukturierter Form gemeinsam Pläne schmieden können. Das Tool ist insbesondere auch konzipiert, um Politikvorschläge mit Evidenzen zu untermauern. “Themen”, “Fragestellungen und Probleme”, “Lösungsvorschläge”, “Evidenzen” und “Ressourcen” können separat eingegeben und abgerufen werden. Verknüpfungen zwischen den einzelnen Elementen lassen sich auf vielfältige Weise anlegen und anzeigen. Man könnte auch sagen: der Evidence Hub ist ein Navigationsinstrument für eine Argumentkarte oder eine &#8220;Evidencemap”: Nichts anderes nämlich als die Struktur einer solchen Karte verbirgt sich hinter den Relationen zwischen “Fragestelleungen”, “Lösungensvorschlägen” und andere Elementen. Der Vorteil des Evidence Hub: Nutzern bleibt die Konfrontation mit einer möglicher Weise verwirrend großen und komplexen Karte erspart. Außerdem stehen zur Priorisierung von Elementen diverse Filter zu Verfügung (“most recent”, “mot voted for”, “most connected” u.a.). Auch diese erleichtern die Navigation. Auf Simons Blog gibt es eine kurzes Video-Einführung. Eine detaillierte Darstellung gibt ein Aufsatz, der ein einem Konferenzband erscheinen wird: The open education evidence hub. A collective intelligence tool for evidence based policy.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Simon Buckingham Shum und seine Kolleginnen vom Knowledge Media Institute an der Open University haben eine neue Anwendung auf den Tisch gelegt. Der <a href="http://evidence-hub.net/" target="_blank">Evidence Hub</a> ist ein Plattform, auf der Gruppen oder Netzwerke in strukturierter Form gemeinsam Pläne schmieden können. Das Tool ist insbesondere auch konzipiert, um Politikvorschläge mit Evidenzen zu untermauern.</p>
<p>“Themen”, “Fragestellungen und Probleme”, “Lösungsvorschläge”, “Evidenzen” und “Ressourcen” können separat eingegeben und abgerufen werden. Verknüpfungen zwischen den einzelnen Elementen lassen sich auf vielfältige Weise anlegen und anzeigen. Man könnte auch sagen: der Evidence Hub ist ein Navigationsinstrument für eine Argumentkarte oder eine &#8220;Evidencemap”: Nichts anderes nämlich als die Struktur einer solchen Karte verbirgt sich hinter den Relationen zwischen “Fragestelleungen”, “Lösungensvorschlägen” und andere Elementen. Der Vorteil des Evidence Hub: Nutzern bleibt die Konfrontation mit einer möglicher Weise verwirrend großen und komplexen Karte erspart. Außerdem stehen zur Priorisierung von Elementen diverse Filter zu Verfügung (“most recent”, “mot voted for”, “most connected” u.a.). Auch diese erleichtern die Navigation.</p>
<p>Auf Simons Blog gibt es eine kurzes <a href="http://people.kmi.open.ac.uk/sbs/2012/08/rolling-out-evidence-hubs/" target="_blank">Video-Einführung</a>. Eine detaillierte Darstellung gibt ein Aufsatz, der ein einem Konferenzband erscheinen wird: <a href="http://oro.open.ac.uk/33253/" target="_blank">The open education evidence hub</a>. A collective intelligence tool for evidence based policy.</p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=710</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Geschützt: Gastspiel: Kostenexplosion im Gesundheitswesen?</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=642&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=mindmeister</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=642#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jul 2012 19:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=642</guid>
		<description><![CDATA[Es gibt keine Kurzfassung, da dies ein geschützter Beitrag ist.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<form action="http://www.explorat.de/wp-login.php?action=postpass" method="post">
<p>Dieser Beitrag ist passwortgeschützt. Um ihn anzusehen, trage das Passwort bitte hier ein:</p>
<p><label for="pwbox-642">Passwort: <input name="post_password" id="pwbox-642" type="password" size="20" /></label> <input type="submit" name="Submit" value="Senden" /></p>
</form>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=642</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Conference Mapping &#8220;Sustainable Consumption&#8221;</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=636&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=conference-report-sustainable-consumption</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=636#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Jun 2012 12:31:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Groetker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=636</guid>
		<description><![CDATA[In modern societies, private consumption is a multifaceted and ambivalent phenomenon: it occurs as a necessary part of prevailing social practices and it is an economic driving force; yet at the same time, its consequences are in conflict with important social and environmental sustainability goals. Finding paths towards “sustainable consumption” has therefore become a major political issue. However, despite considerable knowledge about the unsustainability of current consumption patterns and numerous initiatives in the field of consumer information, a general trend towards sustainable consumption has yet to develop. Staircase decoration by Sonja Schenkel at the conference venue, the Curiohaus in Hamburg (photo: Christian Augustin) The international scientific conference “Sustainable Consumption – Towards Action and Impact”, held from 6 -8 November 2011 in Hamburg, Germany, aimed at bringing together the emerging multidisciplinary community dealing with questions around sustainable consumption. Our report aims at making accessible some of the discussions of the conference. It is not so much a summary as it is an attempt to build overarching arguments to which the single conference presentations can be regarded as contributions. Two broader storylines have been chosen to organize the contributions to the conference (and to the pre-conference) within a cohesive framework: For a [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In modern societies, private consumption is a multifaceted and ambivalent phenomenon: it occurs as a necessary part of prevailing social practices and it is an economic driving force; yet at the same time, its consequences are in conflict with important social and environmental sustainability goals. Finding paths towards “sustainable consumption” has therefore become a major political issue. However, despite considerable knowledge about the unsustainability of current consumption patterns and numerous initiatives in the field of consumer information, a general trend towards sustainable consumption has yet to develop.</p>
<p><img title="Zweig1NotesImage1" src="http://sustainableconsumption2011.files.wordpress.com/2012/06/zweig1notesimage1.jpg?w=584" alt="" width="378" height="251" /></p>
<p><span style="font-size: xx-small;">Staircase decoration by Sonja Schenkel at the conference venue, the Curiohaus in Hamburg (photo: Christian Augustin)</span></p>
<p>The international scientific conference “Sustainable Consumption – Towards Action and Impact”, held from 6 -8 November 2011 in Hamburg, Germany, aimed at bringing together the emerging multidisciplinary community dealing with questions around sustainable consumption.</p>
<p>Our report aims at making accessible some of the discussions of the conference. It is not so much a summary as it is an attempt to build overarching arguments to which the single conference presentations can be regarded as contributions. Two broader storylines have been chosen to organize the contributions to the conference (and to the pre-conference) within a cohesive framework:</p>
<ul>
<li>For a policy aiming at sustainability, is steering consumer behaviour a promising route (or should we rather focus on regulation of production)?</li>
<li>How can research on sustainable consumption inform recommendations for political action?</li>
</ul>
<p>To facilitate navigation through the various contributions, the report uses a technique called argument mapping, which was developed as a tool for computer-supported collaborative research and argumentation in the context of Debattenprofis.de.</p>
<p>Here&#8217;s the link the the online-version of the report:</p>
<p><span style="font-size: 16px;"><strong><a href="http://sustainableconsumption2011.wordpress.com/" target="_blank">http://sustainableconsumption2011.wordpress.com/</a></strong></span></p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=636</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Shared understanding an commitment in projects</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=542&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=shared-understanding-an-commitment-in-projects</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=542#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 May 2012 06:40:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=542</guid>
		<description><![CDATA[Paul Culmsee und Kailash Awati zeigen in einem neuen Journalbeitrag, wie visualisierte Problemstrukturierung als gemeinsamer Bezugspunkt für teambasierte Entscheidungsprozesse in Projektallianzen  eingesetzt werden kann.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Paul Culmsee und Kailash Awati (<a href="http://www.amazon.de/Heretics-Guide-Best-Practices-Organisations/dp/1462058531/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1336718057&amp;sr=8-1" target="_blank"><em>The Heretics Guide To Best Practices</em></a>) haben in der aktuellen Ausgabe des International Journal of Managing Projects in Business einen Beitrag veröffentlicht, in dem sie zeigen, wie visualisierte Problemstrukturierungen als gemeinsamer Bezugspunkt für teambasierte Entscheidungsprozesse in Projektallianzen  eingesetzt werden können.</p>
<p>Neben der Beschreibung einer Fallstudie hebt der Beitrag vor allem darauf ab, welche Voraussetzung es für erfolgreiche Facilitation braucht und wie diese geschaffen werden können:</p>
<blockquote><p>Finally, it is our view that many projects fail because they proceed without a collective commitment to action and the understanding that precedes it. To reprise a line we have used a few times in this paper: projects, like organisations, are networks of commitments. Consequently, managing projects ought to be all about managing commitments.</p></blockquote>
<p>Hier der Link zum Beitrag:</p>
<p><a href="http://eight2late.files.wordpress.com/2012/04/towards-a-holding-environment-final.pdf" target="_blank">http://eight2late.files.wordpress.com/2012/04/towards-a-holding-environment-final.pdf</a></p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=542</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>White Paper: Entscheidungsfindung mit Argumentkarten</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=531&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=white-paper-entscheidungsfindung-mit-argumentkarten</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=531#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 02 May 2012 10:02:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=531</guid>
		<description><![CDATA[Teams ermöglichen es, über viele Köpfe verteiltes Wissen zusammenzuführen. Damit dieser Effekt eintritt, müssen jedoch besondere Bedingungen erfüllt sein ... ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Planen und Entscheiden in Teams oder anderen Gruppen ist mit besonderen Herausforderungen, aber auch Chancen verbunden. Teams ermöglichen es, über viele Köpfe verteiltes Wissen zusammenzuführen: ein Effekt, der unter Stichworten wie „Schwarmintelligenz“ oder „Weisheit der Vielen“ weite Beachtung gefunden hat. Damit dieser Effekt eintritt, müssen jedoch besondere Bedingungen erfüllt sein. Eine dieser Bedingungen ist, dass Gruppenmitglieder sich in ihrem Urteil gegenseitig nicht zu sehr beeinflussen dürfen. Nur so können Phänomene wie Spekulationsblasen (in allgemeinerer Form bekannt als „Informationskaskaden“) vermieden und Meinungsdifferenzen gezielt genutzt werden, um zu einem besseren Gesamturteil zu gelangen.</p>
<p>Oft stehen Teams deshalb vor zwei einander ausschließenden Aufgaben: um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, müssen sie Meinungsunterschiede explizit machen, anstatt von vornherein um einen Ausgleich bemüht zu sein. Eben diese Zielvorgabe ist jedoch nicht unbedingt dazu geeignet, um zu einer gemeinsamen Linie oder einem Konsens zu finden, der auch von allen Beteiligten getragen wird. Gerade dies wird jedoch oft von Teams erwartet.</p>
<p>Entscheidungsfindung mit Argumentkarten erlaubt es, zwischen diesen beiden einander entgegengesetzten Zielen zu vermitteln und dabei komplexe Sachverhalte optimal aufzubereiten. Wie&#8217;s funktioniert, beschreibt das White Paper <em>Entscheidungsfindung mit Argumentkarten</em>.  Bei Interesse bitten wir um eine kurze Nachricht an <a href="mailto:info@explorat.de"> info@explorat.de</a>.</p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=531</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Politikberatung hinter verschlossenen Türen?</title>
		<link>http://www.explorat.de/?p=226&#038;utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=besser-weniger-offentlichkeit-fur-die-politikberatung</link>
		<comments>http://www.explorat.de/?p=226#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Feb 2012 08:37:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Groetker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[open expertise]]></category>
		<category><![CDATA[Politikberatung]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftskommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.explorat.de/?p=226</guid>
		<description><![CDATA["Deshalb bin ich, wenn es um das Zur-Kenntnis-Nehmen von ungeschminkter Wahrheit geht, für weniger Öffentlichkeit statt für mehr", bekundet Wolfgang Streeck vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung. Schadet Transparenz?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfgang Streeck hat im aktuellen <a href="http://www.mpifg.de/aktuelles/newsletter/MPIfG_Newsl_2-11.pdf">Newsletter</a> des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung einen Kommentar veröffentlicht, in dem er die Forderung nach &#8220;mehr Öffentlichkeit&#8221; für die Politikberatung kritisiert. Der Beitrag betont die vor allem im Kontext der Debatte um die Klimaskepsis oft geäußerte Befürchtung, dass durch die Praxis der &#8220;ausgewogenen Berichterstattung&#8221; in den Medien wissenschaftliche Außenseiter mehr Beachtung finden, als diese der Sache nach verdient hätten &#8211; und dass dieser Effekt politisch gezielt genutzt werden kann.</p>
<p>Inwiefern sind Medienformate, die wie unsere Plattform <a href="http://www.debattenprofis.de" target="_blank"><em>Debattenprofis</em></a> das Ziel einer &#8220;offenen Expertise&#8221; verfolgen, von dieser Kritik  betroffen?</p>
<p>Zwei Einwände drängen sich auf:</p>
<ul>
<li>Ist nicht gerade die Betonung der Grenze zwischen &#8220;gesichertem Wissen&#8221; und &#8220;Außenseitertum&#8221; ein machtpolitisches Instrument, mit dem Kritiker, die in der Sache ja zuweilen auch Recht haben, mundtot gemacht werden? (Und ist die Vorstellung, dass wissenschaftliche Forschung politisch neutral ist, nicht ein wenig naiv?)</li>
<li>Führt die Transparenz, welche hergestellt wird durch die Auffächerung von Expertise und Gegenexpertise, <em>notwendig</em> dazu, dass die Grenze zwischen gesichertem Wissen und Außenseitertum verschwimmt? Lassen sich nicht gerade auf dieser Grundlage unhaltbare Positionen als solche entlarven?</li>
</ul>
<p>Die Karte  (klicken) fasst die Diskussion zusammen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/02/streeck.jpg" target="_blank"><img style="display: inline; border: 0px;" title="20120104_streeck2" src="http://www.explorat.de/wp-content/uploads/2012/02/streeck.jpg" alt="20120104_streeck2" width="192" height="244" border="0" /></a></p>
<p>Von den genannten Einwänden abgesehen: Gerade mit den Online-Diskursen zu Synthetischer Biologie und zur Sterbehilfe haben wir die Erfahrung gemacht, dass es innerhalb der Expertenteams, die gemeinsam mit uns an der Erstellung der Argumentationskarten gearbeitet haben, gerade nicht zu Machtkämpfen gekommen war – und das, obwohl wir bei der Auswahl der Teammitglieder Wert auf eine möglichst heterogene Zusammensetzung gelegt hatten. Ein ‘mehr&#8217;  an Transparenz führte in diesem Fall also tatsächlich zu größerem Konsens. Der <a href="http://www.sterbehilfe.fuerundwider.org/abschluss_sterbehilfe.pdf" target="_blank">Abschlussbericht</a> zur “Sterbehilfe” macht diesen Konsens auch öffentlich.</p>
<p>Ansonsten: gleicher Autor, etwas anderes Thema, aber sicher auch lesenswert: Streecks vor einiger Zeit im Magazin MaxPlanckForschung erschienener <a href="http://www.mpg.de/print/195865" target="_blank">Beitrag</a> zum Nutzen sozialwissenschaftlicher Politikberatung.</p>

]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.explorat.de/?feed=rss2&#038;p=226</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
