Deliberatives Delphi

Für Beteiligungsprozesse (Bürgerdelphi), Expertenkonsultation und Fokusgruppen

Eckpunkte

  • Gesamtdauer: ca. 3 Monate
  • Anzahl Teilnehmende: 15 -30 Personen
  • Aufwand für Teilnehmende: Besuch Präsenzveranstaltung + ca. 10 hrs (verteilt)

Einsatzfelder

Beteiligungsverfahren
„Mich interessiert die informierte Meinung von Bürgern und anderen Stakeholdern zu einem Entwicklungsvorhaben.“

Expertenkonsultation/ad hoc-Think Tank
„Ich benötige ein Verfahren, um Expertise besser bündeln zu können.“

Zukunftsszenarien
„Ich brauche valide Abschätzungen zu Zukunftstrends und Entwicklungsszenarien.“

Hypothesengetriebene Produktentwicklung
„Ich möchte Feedback zu einem Innovationsvorhaben erhalten – von Leuten, die Ahnung haben.“

Features

  • Kombination von Präsenzveranstaltung und mehrwöchiger Remote-Phase
  • Optimale Incentivierung von Teilnehmenden durch fortwährenden persönlichen Kontakt
  • Texter und Rechercheure unterstützen den Prozess
  • Professionelle Problemstrukturierungs-Methoden führen zu prägnanten Ergebnissen1
  • Gezielte Nutzung der „Weisheit der Vielen“
  • Erprobtes und evaluiertes Prozessdesign

Vorteile und Resultate

Das Deliberative Delphi ist insbesondere auch für die Behandlung von komplexen Themen geeignet. Konsenszwang und Groupthink-Effekte werden vermieden. Gegenüber dem klassischen Delphi bietet das deliberative Delphi eine bessere Incentivierung der Teilnehmenden. Durch die Einbeziehung von

Textern und Rechercheuren in der Prozessbegleitung lassen sich deutlich aussagekräftigere und detailliertere Resultate erzielen als beispielsweise mit einem World Café.

Resultate eines Delphi-Prozesses beinhalten (anonymisierte) Aussagen einzelner Teilnehmer sowie aggregierte Gruppenmeinungen. Die Ergebnisse werden sowohl in Form von quantitativen Daten (Resultate von Meinungserhebungen) wie qualitativen Informationen dargestellt. Die Auswertung umfasst insbesondere die kollektive Priorisierung zum Beispiel von Handlungsalternativen, die Ermittlung von Konsens und Dissens und gegebenenfalls gemeinsam entwickelte Szenarien oder Prozess-Abläufe. Darüber hinaus ermöglich es die Analyse, Faktoren zu identifizieren, die über Argumente hinaus für die Meinungsbildung relevant sind. Dazu zählen aufmerksamkeitslenkende Narrativen und Bilder, die Definition von Systemgrenzen oder, auf persönlicher Ebene, die Zugehörigkeit zu bestimmten Peer Groups.

Darüber hinaus bietet ein Deliberatives Delphi die Chance, von der „Weisheit der Vielen“ zu profitieren. Dabei handelt es sich um einen mathematischen Effekt:. Wenn man schätzen möchte, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein zukünftiges Ereignis eintritt oder wenn man eine Menge oder Größe schätzen möchte, dann ist das Durchschnittsurteil einer beliebigen Gruppe (unter bestimmten Umständen) wahrscheinlich näher am wahren Wert ist als das Urteil eines beliebigen Einzelnen. Das heißt: Wenn man nicht mit Sicherheit sagen kann, wer Experte oder Expertin für eine Frage ist, dann liegt man besser, wenn man auf das Durchschnittsurteil einer Gruppe zurückgreift. In empirischen Studien wurde via der „Weisheit der Vielen“ bereits mit Gruppen von unter 30 Teilnehmenden bessere Resultate erzielt als durch gezielte Befragungen von Experten.

Ablauf

  • Der Prozess startet mit einer Präsenzveranstaltung in Form eines Kreativworkshops. Im Rahmen des Workshops machen sich die Teilnehmenden mit dem Thema vertraut und legen Schwerpunkte für die nachfolgende Remote-Phase fest.
  • Während der mehrwöchigen Remote-Phase führen wir wiederholte Gespräche (via Telefon oder Zoom) mit Mitgliedern Ihrer Projektgruppe oder einem Expertenteam durch. Als Gesprächsgrundlage für die Interviews erstellen Prozessbegleiter redaktionelle Inhalte und bearbeiten Rechercheaufträge seitens der Teilnehmenden. Zur Strukturierung von Inhalten und zur Planung und Auswertung der Interviews verwenden wir in der internen Zusammenarbeit spezielle Verfahren der visualisierten Problemstrukturierung
  • Ein Abschlussbericht, der mit den Teilnehmenden abgestimmt und von diesen autorisiert wird, fasst die Resultate auf inhaltlicher Ebene zusammen. Separat davon erhält der Auftragsgeber eine Meinungsbild-Analyse.

 

Kalkulation

Die Kosten für ein Deliberatives Delphi bewegen sich im niedrigen oder mittleren fünfstelligen Bereiche. Die Kosten sind abhängig von:

  • dem Aufwand für die Rekrutierung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern
  • der Anzahl der Teilnehmenden
  • dem primären Modus der Kommunikation (Online-Chat oder Telefoninterviews)
  • einer etwaigen Honorierung von Teilnehmenden
  • der Anzahl und Gestaltung von Präsenzveranstaltungen, die den Prozess flankieren (Raummiete? Catering?)
  • dem Format des Ergebnisberichts und vereinbarten redaktionellen Leistungen