Toolportrait: Einfluss-Diagramm


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Das Einfluss-Diagramm (influence diagram) ist ein einfaches Verfahren, um sich einen Überblick über alle relevanten Informationen für einen Entscheidungsfindung zu verschaffen. Bei der Erstellung eines Einflussdiagrammes werden abgefragt:

  • Entscheidungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen
  • Ziele und Wertvorstellungen
  • Effekte und Nebeneffekte,  die (in Abhängigkeit von den Entscheidungen oder unabhängig von diesen) auf die Realisierung von Zielen einen Einfluss haben

 

Einfaches Einflussdiagramm in klassischer Konvention. Rauten stehen typischerweise für Ziele, Rechtecke für Entscheidungsoptionen und ovale für Effekte und Größen, die auf die Realisierung der Ziele einen Einfluss haben.

Ein weiterer Analyseschritt, der nicht unmittelbar aus dem Diagramm hervorgeht, aber durch dieses vorbereitet wird, ist die quantitative Darstellung von parallelen oder einander zuwider laufenden Einflüssen („Zufriedenheit im Urlaub hängt zu 70 Prozent von der gewählten Urlaubsaktivität ab und nur zu 30 Prozent vom Wetter!“).

Bei inhaltlich komplexeren Themen erlaubt das Einfluss-Diagramm als weitere Analyseoption die Identifizierung von Feedback-Loops.

In vielen Systemen deutet das Vorhandensein von Feedback-Loops auf besondere Problempunkte.

Modifizierte Darstellung

In der Einfachheit des Diagramms liegt zugleich eine gewisse Beschränkung. Dadurch, dass die Pfeilrelationen nicht beschriftet sind, kann das Diagramm keine Aussage über die relative Stärke von „Einflüssen“ machen. Begriffliche Relationen (etwa zwischen Zieldimensionen) erscheinen, als „Einfluss“ dargestellt, schief. Außerdem kann nicht zwischen positiven Einflüssen („verstärkt“) und negativen Einflüssen („vermindert“) unterschieden werden. Auch Meinungsverschiedenheit oder Zweifel an dem Bestehen von dargestellten Relationen können nicht dargestellt werden.

Diese Beschränkungen können jedoch mit geringfügigen Modifikationen in der typischen Darstellungsweise behoben werden:

Modifizierte Konvention: Gleichförmige Knotenpunkte ermöglichen eine bessere Nutzung des Bildraumes. Durch Icons werden solche Elemente hervorgehoben, die für Entscheidungsfindung besonders relevant sind: Eingriffsmöglichkeiten ins System und Ziele. Um wie hier z.B. zwischen starkem Einfluss (Wetter determiniert Wettervorhersage) und schwachem Einfluss (Wetter ist nur ein Faktor unter anderen für die Zufriedenheit) darzustellen, wurden Pfeilbeschriftungen eingeführt. Zusätzlich Elemente kennzeichnen den Status von Relationen. Hier: Der Einfluss des Wetters auf die Zufriedenheit wird als „in Prüfung gestellt“ angezeigt.

Die modifizierte Konvention macht es möglich, den Einsatzbereich des Einfluss-Diagramms zu erweitern. Das Diagramm in der klassischen Konvention ist vor allem zur Darstellung von unbestrittene Tatsachen zum Zwecke des persönlichen Wissensmanagement geeignet.

 

Durch die Hinzunahme von Statuskennzeichnungen (wie: „in Frage gestellt/in Prüfung“, „umstritten“, „bewiesen“ oder „widerlegt“) kann das Einflussdiagram zusätzlich sowohl zur Darstellung von Kontroversen verwendet werden. Das gleiche gilt für Moderationskontexte, in denen Gruppenmitglieder unterschiedliche Meinungen bezüglich der dargestellten Relationen vertreten.

 

 

 

Die Beschriftung der Pfeile macht es möglich, neben kausalen Einflüssen auch begriffliche Beziehungen darzustellen. Auf diese Weise kann zum Beispiel eine Analyse von Zieldimensionen (wie in der so genannten value-tree analysis) in die Einfluss-Analyse integriert werden.

Weiteres Element der modifizierten Konvention: Ziele werden rechts (oder oben) platziert; Eingriffsmöglichkeite und Effekte von links (oder unten) beginnend.

In der modifizierten Version wurde außerdem das Markierungselement „Knotenform“ durch Icons ersetzt. Dies erleichtert die Verwendung des Diagrammtyps in der Pinnwand-Moderation oder mithilfe von Visualisierungs-Software.

Analyseziele

  • Priorisierung: Welche Punkte sind für mein Anliegen unmittelbar relevant? Welche sind irrelevant (sollten aber vielleicht aus taktischen Erwägungen oder anderen Gründen dennoch adressiert werden)?
  • Klärung unterschiedlicher Akzente in der Zielsetzung
  • Identizierung von Alternativen zur Realisierung der definierten Ziele
  • Identifzierung von Kontroversen und Zielkonflikten
  • Identifzierung besonderer Problempunkte (wie z.B. Feedback-Loops)
  • Identifizierung von Punkten und Relationen, bei denen weitere Recherche die Entscheidungsfindung erleichtern könnte (z.B. durch Quantifizierungen)
  • Vorbereitung für die finale Abwägung für die finale Entscheidung (z.B. mittels Multi-Kriterien-Entscheidungsanalyse oder durch argumentative Abwägung)

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